Mensch ärgere Dich nicht: 10 Tipps und die wichtigsten Regeln

Bei Mensch ärgere Dich nicht entscheidet der Würfel über deine Möglichkeiten – aber nicht über jede Entscheidung. Wer die offiziellen Regeln kennt, mehrere Figuren sinnvoll verteilt und Schlagchancen gegen das eigene Risiko abwägt, spielt deutlich sauberer als jemand, der nur die jeweils vorderste Figur bewegt.

Wichtig ist dabei die Trennung zwischen Grundregeln und Hausregeln. Gerade bei diesem Klassiker werden in vielen Familien Regeln verwendet, die gar nicht zum offiziellen Basisspiel gehören. Dazu zählen zum Beispiel drei Würfe bei leerer Laufbahn, Schlagzwang oder Barrieren. Diese Varianten sind erlaubt, sollten aber vor der Partie abgesprochen werden.

Welche Regeln gelten bei Mensch ärgere Dich nicht offiziell?

In der offiziellen Standardausgabe bekommt jeder Spieler vier Figuren. Eine Figur startet bereits auf dem eigenen A-Feld, drei warten auf den B-Feldern. Wer die höchste Zahl würfelt, beginnt. Danach wird im Uhrzeigersinn gespielt.

Die aktuelle Anleitung von Schmidt Spiele beschreibt das Basisspiel für 2 bis 6 Spieler ab 6 Jahren. Wer alle vier Figuren zuerst in die eigenen Zielfelder gebracht hat, gewinnt. Die vollständige Anleitung findest du direkt bei Schmidt Spiele.

Was passiert bei einer Sechs?

Eine Sechs bringt einen weiteren Wurf und verpflichtet dich grundsätzlich dazu, einen neuen Stein ins Spiel zu bringen, solange noch Figuren auf deinen B-Feldern warten. Der neue Stein kommt auf dein A-Feld. Steht dort eine eigene Figur, muss diese zunächst mit der Sechs weitergezogen werden. Eine gegnerische Figur auf deinem A-Feld wird dagegen geschlagen.

Sind keine Figuren mehr auf B, darfst du eine Figur auf der Laufbahn sechs Felder bewegen und anschließend erneut würfeln.

Muss man schlagen?

Nein. Im offiziellen Basisspiel gibt es keinen Schlagzwang. Landest du mit dem letzten Schritt genau auf einem gegnerischen Stein, wird er geschlagen und zurück auf die B-Felder seiner Farbe gesetzt. Du darfst dich aber für eine andere legal ziehbare eigene Figur entscheiden, wenn du nicht schlagen möchtest.

Dürfen zwei eigene Figuren auf demselben Feld stehen?

Im Basisspiel nein. Auf einem normalen Feld steht nur eine Figur. Die bekannte Barriere aus zwei Figuren derselben Farbe ist eine zusätzliche Regelvariante. Wer mit Barrieren spielen möchte, sollte das vor Spielbeginn vereinbaren.

Tipp 1: Verteile deine Figuren statt nur eine nach vorne zu schicken

Mehrere Figuren auf der Laufbahn geben dir bei fast jedem Würfelwurf mehr Auswahl. Eine einzelne weit vorne stehende Figur wirkt zwar nach Fortschritt, kann aber gleichzeitig leicht geschlagen werden. Mit zwei oder drei aktiven Figuren entstehen mehr Chancen zum Schlagen, Ausweichen und Einlaufen ins Ziel.

Allerdings kannst du die Verteilung nicht völlig frei steuern: Solange noch Figuren auf B stehen, zwingt dich eine gewürfelte Sechs häufig dazu, die nächste Figur einzusetzen. Genau das ist aber kein Nachteil. Nutze die zusätzlichen Figuren, um deine Zugmöglichkeiten zu verbreitern.

Tipp 2: Prüfe vor jedem Zug, wer dich im nächsten Wurf schlagen kann

Die wichtigste taktische Frage lautet nicht nur „Wie weit komme ich?“, sondern „Welche gegnerischen Würfe treffen mich danach?“ Steht ein Gegner beispielsweise vier Felder hinter dir, bist du bei einer gewürfelten Vier direkt gefährdet.

Du kannst das Würfelglück nicht kontrollieren. Du kannst aber vermeiden, unnötig lange genau in einem besonders gefährlichen Abstand vor mehreren Gegnern zu stehen. Wenn zwei eigene Figuren gezogen werden könnten, lohnt sich deshalb ein kurzer Blick auf die Abstände hinter beiden.

Tipp 3: Schlage nicht automatisch jede erreichbare Figur

Ein Schlag ist stark, aber nicht immer der beste Zug. Du wirfst den Gegner zurück und kostest ihn meist mehrere Würfe. Gleichzeitig kann dein eigener Stein nach dem Schlag auf einem Feld landen, das sofort von einem anderen Gegner bedroht wird.

Vergleiche deshalb zwei Dinge: Wie stark verzögerst du den Gegner – und wie sicher steht deine Figur anschließend? Kurz vor dem gegnerischen Ziel ist ein Schlag oft besonders wertvoll. Für eine unbedeutende Figur weit hinten musst du dagegen nicht zwingend eine fast sichere eigene Position aufgeben.

Tipp 4: Nutze dein A-Feld bewusst

Das eigene Startfeld A ist taktisch wichtig, weil neue Figuren dort eingesetzt werden. Solange noch Steine auf B warten, darf eine eigene Figur nicht unnötig auf A stehen bleiben. Sobald du sie legal wegbewegen kannst, muss sie Platz schaffen.

Das kann deine Zugentscheidung beeinflussen. Wenn du zwischen mehreren Figuren wählen kannst und dein A-Feld blockiert ist, hat das Freimachen Vorrang, sobald es möglich ist. Außerdem ist ein gegnerischer Stein auf deinem A-Feld besonders angreifbar: Kommt ein neuer Stein durch eine Sechs ins Spiel, wird der Gegner dort geschlagen.

Tipp 5: Eine Sechs ist mehr als nur sechs Felder

Die Sechs verändert die Brettposition und schenkt dir anschließend einen weiteren Wurf. Deshalb lohnt es sich, nach dem ersten Zug bereits zu überlegen, welche Figur du bei möglichen Folgewürfen bewegen könntest.

Wer einfach nur die maximal weit vorne stehende Figur auswählt, verschenkt häufig Flexibilität. Besonders wenn keine Steine mehr auf B warten, kannst du die Sechs gezielt für eine Figur verwenden, deren neue Position dir mehrere gute Anschlussmöglichkeiten eröffnet.

Tipp 6: Denke beim Zieleinlauf von hinten nach vorne

Eine Figur im Ziel ist sicher, kann aber den Platz für nachfolgende Figuren ungünstig belegen. Die Zielfelder werden einzeln gezählt. Je nach Stellung kann deshalb eine weiter hinten liegende Zielposition wertvoller sein als das erstbeste freie Feld.

Prüfe vor dem Einlaufen, welche Augenzahlen deine anderen Figuren später benötigen werden. So reduzierst du Situationen, in denen eine fast fertige Partie nur deshalb stockt, weil die eigenen Figuren im Ziel ungünstig verteilt sind.

Tipp 7: Verfolge nicht nur deine führende Figur

Gewonnen hat nicht die erste Figur im Ziel, sondern die Farbe, die alle vier Figuren nach Hause bringt. Eine extrem weit vorgerückte Figur kann psychologisch wichtig wirken, sagt über den tatsächlichen Vorsprung aber wenig aus.

Wenn ein Gegner schon zwei Figuren im Ziel hat, während die übrigen noch auf B warten, ist seine Position anders zu bewerten als bei vier gleichmäßig weit fortgeschrittenen Figuren. Behalte deshalb immer alle vier Steine jeder Farbe im Blick.

Tipp 8: Nutze Wahrscheinlichkeiten als Risiko-Hilfe, nicht als Vorhersage

Eine bestimmte Zahl fällt bei einem fairen Würfel in einem einzelnen Wurf mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 6, also rund 16,7 Prozent. Das bedeutet nicht, dass eine Vier „bald kommen muss“, nur weil länger keine Vier gefallen ist.

Hilfreich ist die Wahrscheinlichkeit trotzdem: Wenn deine Figur von mehreren unterschiedlichen Würfelzahlen getroffen werden kann, ist sie stärker gefährdet als eine Figur, die nur mit genau einer Zahl erreichbar ist. Verwende Wahrscheinlichkeiten also zum Vergleichen von Stellungen – nicht als vermeintliche Vorhersage des nächsten Wurfs.

Tipp 9: Klärt Hausregeln vor der ersten Runde

Viele Streitereien bei Mensch ärgere Dich nicht entstehen nicht durch Taktik, sondern durch unterschiedliche Regelgewohnheiten. Die offizielle Anleitung führt mehrere Varianten ausdrücklich zusätzlich zum Basisspiel auf.

Dazu gehören unter anderem:

  • dreimal würfeln, wenn keine Figur sinnvoll auf der Laufbahn bewegt werden kann,
  • Rückwärtsschlagen,
  • Barrieren aus zwei eigenen Figuren,
  • Schlagzwang,
  • ein Zielbereich, in dem Figuren nicht übersprungen werden dürfen.

Keine dieser Zusatzregeln sollte mitten in der Partie überraschend eingeführt werden. Ein Satz vor dem Start reicht: „Spielen wir Standardregeln oder unsere Familienregeln?“

Tipp 10: Passe deine Taktik an die Spielerzahl an

Je mehr Farben gleichzeitig auf der Laufbahn sind, desto häufiger entstehen Schlagmöglichkeiten und gefährliche Abstände. In einer großen Runde lohnt sich eine breitere Verteilung der Figuren besonders. Bei zwei Spielern sind Positionen übersichtlicher, und du kannst gegnerische Reichweiten leichter berechnen.

Die offizielle Anleitung bietet außerdem Varianten für zwei und drei Personen, bei denen alle vier Farben ins Spiel gebracht werden können. Das verändert die Dynamik deutlich. Wer immer nur dieselbe Familienregel verwendet, kann mit dieser Variante erstaunlich neue Entscheidungen erleben.

🎲 Das Original zum Artikel

Die hier erklärten Grundregeln beziehen sich auf Mensch ärgere Dich nicht – Standardausgabe von Schmidt Spiele, Art.-Nr. 49021. Wenn du das Originalspiel suchst, kannst du gezielt nach dieser Ausgabe schauen.

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Welche Strategie bringt bei Mensch ärgere Dich nicht am meisten?

Die beste Strategie besteht aus Risikoverteilung, Übersicht und der richtigen Auswahl zwischen mehreren legalen Zügen. Du kannst Würfelergebnisse nicht beeinflussen. Du kannst aber entscheiden, ob du vier verwundbare Figuren hintereinander stehen lässt, einen Gegner sinnvoll schlägst oder eine sichere Figur zugunsten einer riskanteren bewegst.

Genau deshalb bleibt Mensch ärgere Dich nicht ein Glücksspiel mit echten Entscheidungen. Wer die offiziellen Regeln kennt, vermeidet zudem Scheinstrategien, die nur auf Hausregeln funktionieren – etwa angeblich unüberwindbare Doppelsteine im Basisspiel.

Häufige Fragen zu Mensch ärgere Dich nicht

Darf man bei einer Sechs frei wählen, welchen Stein man zieht?

Nicht immer. Solange noch eigene Figuren auf den B-Feldern warten, muss bei einer Sechs grundsätzlich ein neuer Stein eingesetzt werden. Ist das eigene A-Feld durch eine eigene Figur besetzt, muss diese zunächst mit der Sechs weitergezogen werden.

Darf man eine eigene Figur überspringen?

Ja. Eigene und fremde Figuren auf der Laufbahn dürfen übersprungen werden und werden beim Zählen mitgerechnet. Auf einem Feld darf im Basisspiel jedoch nur eine eigene Figur stehen.

Muss man eine gegnerische Figur schlagen?

Im Basisspiel nein. Schlagzwang ist eine optionale Variante. Wenn ihr mit Schlagzwang spielt, sollte das vor Beginn feststehen.

Darf man dreimal würfeln, wenn alle Figuren zu Hause stehen?

Das dreimalige Würfeln ist eine zusätzliche Spielvariante, keine Grundregel. In der offiziellen Variantenbeschreibung gilt sie unter bestimmten Bedingungen, wenn keine Figur auf der Laufbahn steht und keine Figur im Ziel noch weiterbewegt werden kann.

Kann man mit zwei Figuren eine Sperre bauen?

Nur wenn ihr die Barrieren-Variante verwendet. Im Basisspiel können zwei eigene Figuren nicht auf demselben Feld stehen.

Wer vor einem Spieleabend Regeln und Material schon vorher klärt, vermeidet viele dieser Diskussionen. Dazu passt unser Ratgeber zum Brettspielabend vorbereiten.

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