Die Gewinner des Spiel des Jahres von 1990 bis 1999 waren: Adel verpflichtet, Drunter & Drüber, Um Reifenbreite, Bluff, Manhattan, Die Siedler von Catan, El Grande, Mississippi Queen, Elfenland und Tikal. Diese zehn Titel zeigen sehr gut, wie sich das deutsche Familienspiel in den 90ern verändert hat – von Bluff und Wettrennen bis zu Handel, Mehrheiten und Aktionspunkten.
Diese Seite ist bewusst eine Preis-Chronik. Für eine breitere Auswahl tatsächlich in den 90ern erschienener Spiele – darunter 6 nimmt!, Bohnanza, Tigris & Euphrates oder Lost Cities – gibt es separat unseren Artikel Brettspiele aus den 90ern: 10 echte Klassiker.
Alle Spiel-des-Jahres-Gewinner der 90er im Überblick
| Jahr | Gewinner | Autor(en) | Spielidee in einem Satz |
|---|---|---|---|
| 1990 | Adel verpflichtet | Klaus Teuber | Sammlungen, Bluff und simultane Entscheidungen |
| 1991 | Drunter & Drüber | Klaus Teuber | Schildbürger bauen Straßen über eine chaotische Stadt |
| 1992 | Um Reifenbreite | Rob Bontenbal | Radrennen mit Teamtaktik und Windschatten |
| 1993 | Bluff | Richard Borg | verdeckte Würfel, Gebote und Einschätzen der Mitspieler |
| 1994 | Manhattan | Andreas Seyfarth | Wolkenkratzer bauen und Mehrheiten übernehmen |
| 1995 | Die Siedler von Catan | Klaus Teuber | Rohstoffe, Handel, Straßen und Siedlungen |
| 1996 | El Grande | Wolfgang Kramer, Richard Ulrich | Mehrheiten und Einfluss in spanischen Regionen |
| 1997 | Mississippi Queen | Werner Hodel | Raddampfer-Wettrennen mit Geschwindigkeit und Kohle |
| 1998 | Elfenland | Alan R. Moon | Routenplanung durch eine Fantasy-Landschaft |
| 1999 | Tikal | Wolfgang Kramer, Michael Kiesling | Dschungelerkundung mit Aktionspunkten |
1990: Adel verpflichtet von Klaus Teuber
Adel verpflichtet eröffnete das Jahrzehnt und gewann 1990 den Hauptpreis. Die Spieler sammeln kuriose Ausstellungsstücke und versuchen gleichzeitig einzuschätzen, welche Aktion die Konkurrenz wählen wird.
Bemerkenswert ist die Rolle von Klaus Teuber: Nach seinem Erfolg 1990 gewann er bereits 1991 erneut und sollte 1995 mit Catan den prägendsten Titel seiner Karriere veröffentlichen.
1991: Drunter & Drüber
Drunter & Drüber brachte Klaus Teuber den zweiten Sieg in Folge. In der Schildbürgerstadt werden Straßen, Flüsse und Mauern gebaut, obwohl die Gebäude längst stehen.
Das Spiel lebt davon, dass die Spieler bestimmte Gebäude heimlich schützen möchten. Dadurch entsteht ein Mix aus Legespiel, Abstimmung und versteckten Interessen.
1992: Um Reifenbreite
Um Reifenbreite ist ein Radrennspiel, bei dem nicht nur ein einzelner Fahrer, sondern ein ganzes Team gesteuert wird. Windschatten, Energie und unterschiedliche Fahrerqualitäten beeinflussen den Rennverlauf.
Die Jury zeichnete damit ein Spiel aus, das Würfelglück mit taktischen Entscheidungen kombiniert und das Thema Radrennen ungewöhnlich detailliert auf den Spielplan überträgt.
1993: Bluff
Bluff macht aus verdeckten Würfeln ein Spiel über Wahrscheinlichkeiten und Menschenkenntnis. Jeder sieht nur seine eigenen Würfel, während nacheinander immer höhere Behauptungen über alle Würfel am Tisch abgegeben werden.
Irgendwann muss jemand entscheiden: weiter erhöhen oder die vorherige Ansage anzweifeln. Genau diese einfache Entscheidung trägt das komplette Spiel.
1994: Manhattan
Manhattan ist ein Bauspiel, bei dem Wolkenkratzer Stockwerk für Stockwerk wachsen und von anderen Spielern übernommen werden können. Karten bestimmen, auf welcher Position eines Stadtviertels gebaut werden darf.
Das Spiel zeigt bereits sehr deutlich den Trend zu direkter Interaktion ohne Spielerausscheiden: Gebäude können wechseln, aber alle bleiben bis zum Ende beteiligt.
1995: Die Siedler von Catan
1995 gewann Die Siedler von Catan – der Titel, der die internationale Wahrnehmung deutscher Brettspiele nachhaltig veränderte. Spieler sammeln Rohstoffe, bauen Straßen und Siedlungen und handeln direkt miteinander.
Der modulare Spielplan, die einfachen Grundregeln und die Verhandlungen zwischen den Spielern machten Catan zu einem enorm erfolgreichen Familienspiel. Heute wird das Grundspiel unter dem Namen CATAN – Das Spiel weitergeführt.

1996: El Grande
El Grande war für die damalige Auszeichnung ein vergleichsweise anspruchsvolles Strategiespiel. Die Spieler kämpfen über Caballeros um Mehrheiten in verschiedenen Regionen Spaniens.
Die Juryentscheidung zeigt, wie weit sich der Hauptpreis in der Mitte der 90er auch für komplexere Spielsysteme geöffnet hatte. Mehrheiten- und Gebietskontrollmechanismen wurden durch El Grande stark geprägt.
1997: Mississippi Queen
Mississippi Queen ist ein Wettrennen mit Raddampfern für 3 bis 5 Spieler. Geschwindigkeit und Kohlevorrat müssen so verwaltet werden, dass das Schiff auch auf überraschende Flussbiegungen reagieren kann.
Der Fluss entsteht erst während der Partie. Wer zu aggressiv beschleunigt, kann deshalb an einer ungünstigen Kurve wertvolle Kohle und Zeit verlieren.
1998: Elfenland
Elfenland von Alan R. Moon gewann 1998 und verbindet Routenplanung mit einem zugänglichen Fantasy-Thema. Die Spieler reisen mit unterschiedlichen Transportmitteln durch Städte, Wälder, Berge und Wüsten.
Weil die eingesetzten Transportmittel auch von anderen genutzt werden können, beeinflusst jeder Aufbau gleichzeitig die Routen der Konkurrenz.
1999: Tikal
Tikal schloss die 90er als Spiel des Jahres 1999 ab. Expeditionsteams erkunden den Dschungel Guatemalas, graben Tempel aus und bergen Schätze.
Pro Zug steht ein begrenztes Kontingent an Aktionspunkten zur Verfügung. Dadurch muss ständig entschieden werden, ob Bewegung, Ausgrabung, Schatzsuche oder der Ausbau eines Lagers gerade wichtiger ist.
Was verraten die Gewinner über die Brettspiel-90er?
Die Gewinnerliste zeigt einen deutlichen Wandel von klassischen Familienmechanismen hin zu mehr Interaktion und strategischer Auswahl. Zu Beginn des Jahrzehnts dominieren Bluff, Rennen und einfache versteckte Informationen; ab der Mitte werden Handel, Mehrheiten und Aktionspunkte wichtiger.
Klaus Teuber prägt den Beginn und die Mitte des Jahrzehnts
Mit Adel verpflichtet, Drunter & Drüber und Catan gewann Klaus Teuber drei der zehn Hauptpreise der 90er. Besonders Catan entwickelte sich weit über die Auszeichnung hinaus zu einer internationalen Marke.
1995 und 1996 erhöhen den strategischen Anspruch
Catan und El Grande stehen für zwei sehr unterschiedliche Formen moderner Strategie: Catan verbindet Handel mit Zufall und Aufbau, El Grande arbeitet mit Mehrheiten und nahezu ohne klassische Würfelsteuerung.
Das Jahrzehnt endet mit Entdeckung und Aktionspunkten
Elfenland und Tikal zeigen, dass thematische Reise- und Entdeckungsspiele mit klaren strategischen Entscheidungen auch im Familienbereich funktionieren.
Welche Gewinner kann man heute noch gut spielen?
CATAN ist der mit Abstand sichtbarste 90er-Gewinner im aktuellen Massenmarkt. Auch El Grande wurde mehrfach neu aufgelegt. Bei älteren Titeln wie Mississippi Queen oder Um Reifenbreite hängt die Verfügbarkeit stärker von Gebrauchtmarkt und Neuauflagen ab.
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Häufige Fragen zum Spiel des Jahres in den 90ern
Welches Spiel gewann 1995?
Die Siedler von Catan von Klaus Teuber.
Welcher Autor gewann in den 90ern am häufigsten?
Klaus Teuber gewann in diesem Jahrzehnt dreimal: 1990 mit Adel verpflichtet, 1991 mit Drunter & Drüber und 1995 mit Die Siedler von Catan.
Welches Spiel gewann 1999?
Tikal von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling.
Ist Carcassonne ein Spiel-des-Jahres-Gewinner der 90er?
Nein. Carcassonne gewann den Hauptpreis erst 2001 und gehört deshalb nicht in diese Jahrzehntliste.
Wo finde ich weitere Spiele, die tatsächlich in den 90ern erschienen sind?
In unserem separaten Artikel Brettspiele aus den 90ern findest du auch Titel, die nicht den Hauptpreis gewonnen haben – etwa 6 nimmt!, Bohnanza, Tigris & Euphrates, Lost Cities und Ra.
2 Kommentare zu „Spiel des Jahres in den 90ern: Alle Gewinner von 1990 bis 1999“